Archiv der Kategorie: Industrie

Bruchlandung für Exxon und Bergbehörde

Leute auf Stühlen von hinten in einer Turnhalle
Nicht immer während des dreitägigen Erörterungstermins ging es in der Mehrzweckhalle Hemsbünde so ruhig zu, wie dieses Foto suggeriert. (Foto: Bente Battenbrook)

ExxonMobil und die beteiligten Behörden erlitten bei der dreitägigen Anhörung zur geplanten Giftmüll-Anlage in Bellen eine komplette Bruchlandung

Die Einwender aus der Botheler Samtgemeinde, der BBU, der BUND Rotenburg, Genuk e.V., Bürgerinitiativen und viele betroffene Anwohner/Privatpersonen hatten sich in dieser Arbeitswoche vom 4. bis 6. April, also letztlich drei Tage Zeit nehmen müssen, um der Podiums-Riege von gut bezahlten ExxonMobil-Mitarbeitern und Beamten des LBEG entgegenzutreten. Die unvollständigen Unterlagen der Antragstellerin ExxonMobil, die Widersprüche und unplausiblen Berechnungen waren an allen drei Tagen ein großes Problem. Bruchlandung für Exxon und Bergbehörde weiterlesen

Anschub für Erdöl aus Hamburg

Der Energiekonzern Engie will die Ölproduktion in Hamburg verdoppeln und beginnt mit der Feldesentwicklung im Einflussbereich des ehemaligen Erdgasspeichers Reitbrook. Die ergiebigsten der schon vorhandenen Bohrlöcher sollen jetzt ermittelt werden. Aktuell befindet sich die Bohrung »R94«, in direkter Nachbarschaft zur Biogas-Anlage, im Fördertest. Ein auffälliger Miet-Container nimmt das geförderte Nassöl vorübergehend auf, weil die Bohrung noch nicht ans Netz der Feldesleitungen angeschlossen ist. Anschub für Erdöl aus Hamburg weiterlesen

Umweltschützer machen Fracking-Industrie nervös

Vor dem ersten Unilever-Gebäude in Hamburg: Anti-Fracking-Aktivisten warnen vor Neu-Beginn des Frackings in Deutschland.
Vor dem ersten Unilever-Gebäude in Hamburg: Anti-Fracking-Aktivisten warnen vor Neu-Beginn des Frackings in Deutschland. (Foto: Karin Desmarowitz/Campact)
Nach der Protestaktion in Hannover übergaben Fracking-Kritiker gestern in Hamburg auch der deutschen Exxon-Zentrale ihren Appell, die Finger vom Fracking zu lassen. Exxon gab sich zunächst schüchtern, nahm dann aber die von mittlerweile 28.413 Mitzeichnungen gestützte Petition doch in Empfang. Der Bundesverband der Fracking-Industrie reagierte indes betont gelangweilt – Zeichen einer zunehmenden Nervosität?
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Fracking tötet: Gegner übergaben 27.000 Unterschriften

anti-Fracking-Plakat "Fracking tötet"
Fracking-Gegner müssen deutlicher werden.
27.000 Unterschriften gegen Fracking haben gestern Aktivisten von CAMPACT e. V. an Dr. Christoph Löwer, Vorsitzender des Bundesverbandes Erdöl, Erdgas und Geoenergie e. V., in Hannover übergeben. Doch die Gas-Industrie, im neu erwachten Fracking-Rausch, fährt unbeirrt mit ihrer Verdummungsstrategie fort.
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ExxonMobils Vertuschungen und Fracking den Riegel vorschieben

PetitionsaufrufFood & Water Europe hat eine Petition an den Petitionsausschuss des EU-Parlaments gestartet, mit der ExxonMobils Fracking-Ambitionen in Europa und die fortgesetzte Vertuschung der fossilen Ursachen des Klimawandels gestoppt werden sollen. Konkret wird der »PETI«-Ausschuss aufgefordert, eine offizielle Untersuchung von ExxonMobils schädlichem Verhalten zu veranlassen – ähnlich wie sie in den USA bereits stattfindet – und den Konzern zur Verantwortung zu ziehen.

Für alle, die die Petition unterstützen möchten, aber nicht gut genug Englisch können, folgen hier die Übersetzungen des Aufrufs und des Petitionstextes ins Deutsche. ExxonMobils Vertuschungen und Fracking den Riegel vorschieben weiterlesen

Frexxi geht demonstrieren

Am letzten Samstag ging Frexxi on Tour: Hier sein Bericht von der Demo gegen TTIP in Hannover.

Frexxi von vorn
Frexxi sagt: Ganz schön kalt hier in Hannover. Gut, dass ich so ein dickes Fell habe.
Am Samstag war ich auf der TTIP-Demo in Hannover. Viele, viele Leute haben sich dorthin auf den Weg gemacht. Der Veranstalter zählte sage und schreibe 90.000. Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Immerhin sorgen doch Freihandelsabkommen wie TTIP dafür, dass es auch morgen noch was zu Bohren gibt. Das sieht man ja am Beispiel meiner Kollegen bei Lone Pine Ressources. Nachdem Kanada denen das Fracken am St. Lawrence River untersagt hat, können sie nun dank NAFTA wenigstens dagegen klagen. Frexxi geht demonstrieren weiterlesen

Massive Giftmüll-Probleme schließen Fracking aus

Bohrschlamm Foto und Wortwolke
Irrwitzige Mengen an hochkontaminiertem Bohrschlamm lagern immer noch einfach so in Deutschlands Acker-, Wald- und Wiesenböden.
Produktionsabwässer und Bohrschlämme – schon ohne Fracking hat die Öl- und Gasindustrie bis heute unbewältigte Entsorgungsprobleme. Mit Fracking könnten diese Probleme erst recht unüberwindlich werden. Ein Bündnis aus Umweltverbänden und Bürgerinitiativen will jetzt von den zuständigen Landesministerien wissen, wie sie die Umweltgefahren durch Bohrschlamm in ihren Ländern beseitigen wollen.

Als Renate Maaß und Andreas Rathjens im Herbst 2014 mit der NDR-Reporterin Alexa Höber und einem Umwelttechniker ins Tister Bauernmoor zogen, um erste Proben aus einer alten Bohrschlammgrube zu ziehen, ahnten wohl nur sie, was für ein Skandal da im Boden leise vor sich hindünstet. Inzwischen haben Folge-Recherchen von NDR und WDR ein weiteres, massives Umweltproblem der Öl- und Gasindustrie aufgedeckt. Hier manifestiert sich ein bis vor Kurzem noch gar nicht bedachtes Problem. Neben der ungelösten Abwasserentsorgung bereits bei der konventionellen Erdöl- und Erdgasproduktion nun auch noch Millionen Tonnen fester Sondermüll in Bohrschlammgruben, der einer ordnungsgemäßen Beseitigung harrt. Die Industrie gerät ob des aufgedeckten Bohrschlammskandals zusehends in die Defensive, die zuständigen Behörden wachen nach und nach erst auf. Die Bundesregierung indes hält offenbar immer noch an ihrem geplanten »Fracking-Ermächtigungsgesetz« fest, obwohl dies die jetzt schon gigantischen Entsorgungsprobleme der fossilen Industrie noch unüberwindbarer machen würde. Massive Giftmüll-Probleme schließen Fracking aus weiterlesen

Feld Oldendorf: Tiefes Misstrauen gegenüber Bergbehörden

Ölpumpe
Ölpumpe (Symbolbild)
Die jüngsten Entwicklungen im fossilen Bergbau in Norddeutschland beunruhigen die Bewohner der betroffenen Gebiete. Insbesondere das intransparente Verwaltungshandeln der Bergbehörden gibt Anlass zu Kritik. So ist in Schleswig-Holstein unlängst ein Betriebsplan unter Ausschluss der Öffentlichkeit zugelassen worden, obwohl Transparenz für alle Schritte zugesagt worden war. Im Landkreis Harburg, Nord-Niedersachsen, hat es kürzlich unverständliche Veränderungen im Erlaubnisfeld Oldendorf gegeben. Dessen Inhaberin, die Kimmeridge GmbH, Lingen, hat dort ausgesprochene Ambitionen, die »verfrüht aufgegebenen Ölfelder im Jura und das Muttergestein Posidonienschiefer zu untersuchen«. Dort aufgefundenes Öl und Gas wären bekanntlich nur mit der Fracking-Methode gewinnbar. Die örtliche Bürgerinitiative ist auf Zinne. Feld Oldendorf: Tiefes Misstrauen gegenüber Bergbehörden weiterlesen

RWE will Hambacher Forst den Todesstoß versetzen

Nördliche Abbaukante der Grube Hambach: Die Bagger fressen sich weiter nach Süd-Osten voran, noch mehr wertvollster Wald soll weichen.
Staubgeschwängerte Luft über der Grube Hambach, totes Land: Die Bagger fressen sich weiter nach Süd-Osten voran, noch mehr wertvollster Wald soll weichen.
Mit einem weiteren Großeinsatz der Polizei am vergangenen Montag zeigte Rheinbraun (heute: RWE) erneut seinen eisernen Willen, immer weiter Braunkohle aus dem Boden zu holen – und dafür auch skrupellos wertvolle Natur unwiederbringlich zu zerstören. Als gäbe es keine Alternative, halten Unternehmen und willfährige Vertreter von Politik und Verwaltung an der ewiggestrigen, klimaschädlichen Braunkohle als Energieträger fest. Seit Monaten roden sie den Hambacher Forst, einen der letzten grünen Flecken im zerfurchten Areal zwischen Köln und Aachen.Immer mehr klimaschädliche Braunkohle soll ausgebeutet und in den Dreckschleudern verbrannt werden, die maßgeblich an der Luftverschmutzung in Deutschland beteiligt sind. Aber immer mehr Menschen treten dem geplanten Exodus des Waldes entgegen. RWE will Hambacher Forst den Todesstoß versetzen weiterlesen

Nachweis: Weißwasser geeignet für »BioMOre«- Test

Betriebsplatz bei Deschka, 12.6.2015
Erkundungsbohrung bei Deschka, 12.6.2015
Weißwasser-Areal offenbar geeignet für Fracking-Leaching-Experiment

Fracking heißt jetzt »Channeling«

Das Weißwasser-Gebiet werde als Bereich angesehen, der eine repräsentative Menge von tiefem Kupfererz (Kupferschiefer) im tiefen Untergrund enthält, das nachgewiesenermaßen für die DISB-Gewinnungstechnik (deep in-situ bioleaching) geeignet ist.[1] Diese Sachlage stellt die DMT GmbH & Co. KG seit Mitte Februar 2016 federführend für das BioMOre-Konsortium auf dessen neuer Website biomore.info dar. Damit ist das Geheimnis zumindest im Groben gelüftet, das Anfang Februar noch bestand: In der Oberlausitz, so rechnen sich der Bergbau-Konzern KGHM und seine Partner in dem mit EU-Mitteln finanzierten »BioMOre-Projekt« offenbar aus, ist ein geeigneter Platz zum Ausprobieren einer neuen Methode, Kupfer aus dem tiefen Untergrund zu fördern. Nachweis: Weißwasser geeignet für »BioMOre«- Test weiterlesen