RWE will Hambacher Forst den Todesstoß versetzen

Nördliche Abbaukante der Grube Hambach: Die Bagger fressen sich weiter nach Süd-Osten voran, noch mehr wertvollster Wald soll weichen.
Staubgeschwängerte Luft über der Grube Hambach, totes Land: Die Bagger fressen sich weiter nach Süd-Osten voran, noch mehr wertvollster Wald soll weichen.
Mit einem weiteren Großeinsatz der Polizei am vergangenen Montag zeigte Rheinbraun (heute: RWE) erneut seinen eisernen Willen, immer weiter Braunkohle aus dem Boden zu holen – und dafür auch skrupellos wertvolle Natur unwiederbringlich zu zerstören. Als gäbe es keine Alternative, halten Unternehmen und willfährige Vertreter von Politik und Verwaltung an der ewiggestrigen, klimaschädlichen Braunkohle als Energieträger fest. Seit Monaten roden sie den Hambacher Forst, einen der letzten grünen Flecken im zerfurchten Areal zwischen Köln und Aachen.Immer mehr klimaschädliche Braunkohle soll ausgebeutet und in den Dreckschleudern verbrannt werden, die maßgeblich an der Luftverschmutzung in Deutschland beteiligt sind. Aber immer mehr Menschen treten dem geplanten Exodus des Waldes entgegen.

Der neuerliche Großeinsatz der Polizei sollte Aktivisten davon abhalten, die andauernde Rodung des Hambacher Forstes zu behindern. Auch nach Ende der Rodungssaison im Februar werden offenbar Bäume gefällt, ungeachtet der Tatsache, dass der Wald nun zu neuem Leben erwachen will, die Brutsaison begonnen hat und hier vom Aussterben bedrohte Tierarten ihr Refugium gefunden haben.

Michael Zobel, Waldpädagoge vor Ort, hält das für Irrsinn: »Der IrRWEg geht weiter: RWE will dem Hambacher Forst den Todesstoß versetzen! Was sich zu Beginn dieser Woche im Hambacher Forst ereignet hat, stellt alle Befürchtungen in den Schatten. Unter massivem Polizeischutz werden Tag für Tag Fakten geschaffen. Den Wald, wie ihn die Menschen kannten, gibt es in dieser Form nicht mehr. Waldwege werden planiert und verbreitert, Sicherheitsdienste und Polizei sind ständig unterwegs, der immer noch schützenswerte Rest des stolzen Hambacher Forstes ist ohne Not in Planquadrate aufgeteilt, wird offensichtlich für die endgültige Vernichtung vorbereitet.«

Zobel weiter: »Unter fadenscheinigen Vorwänden darf RWE ausserhalb der Rodungssaison massiv Bäume fällen, Biotope zerstören, die Lebensgrundlagen von Mensch und Tier zerstören. Eine große Koalition aus Behörden, Politik, Wirtschaft darf ungehindert ein unwiederbringliches Schutzgebiet vernichten, Gegner des ungehinderten Raubbaus werden permanent kriminalisiert.«

Doch Zobel und seine Mitstreiter geben nicht auf. So lange es noch geht, will der Waldpädagoge »Menschen an diesen Ort führen, zeigen, welche Verbrechen vor unserer Haustür gegen das Leben verübt werden. Die Führungen im Hambacher Forst gehen weiter, die Anfragen werden immer mehr, fast 2600 Menschen waren bisher dabei, in diesem Jahr waren es allein schon 750. Diese Menschen sind nicht mehr bereit, der Propaganda der RWE-Pressestelle und ihrer Unterstützer zu folgen, machen sich ein eigenes Bild von der Lage im Wald und von den Aktionen der Braunkohle-Gegner.«

Für Ostersamstag, 26. März, um 12.00 Uhr, lädt Zobel alle zum nächsten Waldspaziergang ein. Weitere Führungen »durch den Wald oder was davon noch übrig ist« hat der Waldpädagoge und Naturführer auch schon geplant, sie sollen am 17. April, am 8. Mai und am 19. Juni stattfinden.

Treffpunkt ist jeweils der Parkplatz Grillplatz Manheimer Bürge (Wegbeschreibung: Ausfahrt Merzenich, (nächste Ausfahrt hinter oder vor Düren, der Beschilderung immer Richtung Buir folgen, durch Morschenich (soll auch noch umgesiedelt werden…), bis zum Ende der Straße. Links abbiegen bis zum Schild „Lotsenstelle 71“ , da rechts rein und parken, das ist der besagte Treffpunkt, kurz vor der alten Autobahn, nicht verwirren lassen durch die Werkstraße- und Sackgasse-Schilder, der Parkplatz ist nach wie vor zugänglich!)
Von Aachen aus gibt es wie wie immer Fahrgemeinschaften ab KuKuK, Eupener Straße, Treffpunkt ist um 11.00 Uhr. (Quelle, Anmeldung und weitere Infos: Zobel-Natur)

Hintergründe:

Dokumentation eines Waldspaziergangs vom BRF (2015)

Bilder vom Januar 2016 auf Facebook

Polizei-Großaufgebot im Hambacher Forst. klimaretter, 14.3.16

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