Wittorf Z1 – Grapenmühlen: Stand der Dinge

In Grapenmühlen sind gemäß verschiedenen Datenquellen bis Ende 2013 offenbar 52.090 Kubikmeter (m³) flüssige Abfälle aus der Erdgasindustrie OHNE ZULASSUNG versenkt worden.

Graph: Jährlich zugelassene und tatsächliche Versenkmengen in der Bohrung Wittorf Z1. (Grün: Zugelassenen Jahresmengen; Rot: Ohne Zulassung versenkte Mengen; Orange: Angebliche, einmalige »Sonder« Zulassung)
Graph: Jährlich zugelassene und tatsächliche Versenkmengen in der Bohrung Wittorf Z1. (Grün: Zugelassenen Jahresmengen; Rot: Ohne Zulassung versenkte Mengen; Orange: Angebliche, einmalige »Sonder« Zulassung)
Tabelle: Zugelassene und tatsächlich eingebrachte jährliche Versenkmengen in der Bohrung Wittorf Z1. Tabelle: Zugelassene und tatsächlich eingebrachte jährliche Versenkmengen in der Bohrung Wittorf Z1.
Tabelle: Zugelassene und tatsächlich eingebrachte jährliche Versenkmengen in der Bohrung Wittorf Z1.

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Ansichten des nds. Min. f. Wirtschaft, Verkehr und Arbeit sowie des LBEG zu der unzulässigen Handlung:

>>> Zur unbefugten Überschreitung des zugelassenen Versenkvolumens (damals
>>> ging ich noch von rd. 27.000 m³ Gesamt-Überschreitung aus) teilte mir
>>> das Ref. 31 im nds. Wirtschaftministerium am 17.6.14 auf Nachfrage mit:
>>> „Vom LBEG wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Das
>>> Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.“
>>>
>>> Am 7.10.14 antwortete mir das LBEG auf Nachfrage:
>>> „Das LBEG hat ein OWiG-Verfahren eingeleitet. Nach Prüfung wurde das
>>> Verfahren jedoch eingestellt.“
>>>
>>> Am 7.1.15 ließ sich das LBEG dann noch diese, vorläufig abschließende
>>> Info aus der Nase ziehen:
>>> „Ja, es hat eine Ordnungswidrigkeit vorgelegen. Gegen einen Mitarbeiter
>>> des Unternehmens wurde ermittelt. Er wurde mündlich verwarnt und ihm
>>> wurde deutlich gemacht, dass es im Wiederholungsfalle zu einem Verfahren
>>> gegen ihn kommen würde.“

Weitere Infos (Stoffsammlung wird fortgesetzt)

Sonderbetriebsplan zur Teilverfüllung der ehemaligen Förderbohrung Wittorf Z1 [PDF]

Stellungnahme des NLfB (Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung) zum Änderungsantrag, mit dem RWE Dea die Erhöhung der jährlichen Verpressmenge von 20 auf 40.000 m³ jährlich sowie die zusätzliche Einleitung von „Reinigungswässern“ und „verunreinigtem Oberflächenwasser“ erreichen wollte [PDF]

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Rotenburger Rundschau – 18.05.2012
RWE Dea stellt sich den Fragen der Wittorfer – Von Thomas Hartmann
Proben ohne Befund

Zu den lebensbedrohlichen Akut-Erkrankungen mehrerer Wittorfer Anfang Februar 2013:
vierlaender.de – Dienstag, 19. März 2013
Trauriges Moor
… Zwei Teilnehmer der abendlichen Runde, Landwirte aus Wittorf bei Visselhövede, berichten von ihren bemerkenswerten Erlebnissen: Anfang Februar trafen sie sich im Krankenhaus. Und dazu noch einen dritten Nachbarn aus dem Ort. Alle drei leben im Umkreis der Versenkbohrung Grapenmühlen und alle drei waren am selben Tag in den frühen Morgenstunden von akuter Atemnot wach geworden. Im Krankenhaus wurde bei allen dreien ein hochgradiger Sauerstoffmangel im Blut festgestellt. Die beiden haben keine Erklärung und wundern sich über diesen »Zufall«. Kurioserweise hatten sich eben diese drei Wittorfer Ende 2011 schon einmal auf dieselbe Weise und mit denselben Symptomen im Krankenhaus getroffen. »Ich verstehe das nicht. Ich war nicht erkältet und zwei Wochen zuvor bin ich noch auf den Brocken hochgelaufen.«, sagt der eine und der andere: »Auch ich war kerngesund. Wir hatten kurz vorher einen Tanzwettbewerb. Die anderen waren schon alle aus der Puste und ich konnte immer noch.«
Die beiden erinnern, sich tags zuvor viel im Freien aufgehalten zu haben. Und ihnen fällt ein, dass noch einige weitere Nachbarn in jenen ersten Februartagen über Atemnot zu klagen hatten. Soviel Zufall ist schwer vorstellbar. Nun wollen die beiden einmal ihre behandelnden Ärzte um Rat und Hilfe bitten…

Das LBEG erklärt am 28.6.13 auf Nachfrage von Willi Bargfrede, BM Wittorf, die zugelassene Versenkmenge im Jahr 2012 einmalig auf 47.000 m³ erhöht und für das Jahr 2013 einmalig auf 33.000 m³ abgesenkt zu haben:

Ende 2012 wurde eine einmalige Inanspruchnahme einer Versenkmenge von 7.000 m3 (für das Jahr 2013) bereits für 2012 zugelassen, wobei aber gleichzeitig die für 2013 zugelassene Jahresmenge von 40.000 m3 um die bereits in 2012 in Anspruch genommenen 7.000 m3 auf 33.000 m3 verringert wurde. Damit wird die gesamtzulässige Jahresversenkmenge für die Bohrung Wittorf Z 1 insgesamt beibehalten.

vierlaender.de – Donnerstag, 29. August 2013
Grapenmühlen: Fragen und Antworten zur Giftwasserverklappung in der Bohrung Wittorf Z1
Wittorf Z1: Ausgelaufende Giftbrühe (Ende Mai 2013) verstärkt die Zweifel an der Zulässigkeit der Verpressung von Abwässern aus der Gasförderung.
Die Verpressbohrung Wittorf Z1 bei Grapenmühlen, Stadt Visselhövede, Landkreis Rotenburg/Wümme, ist eine der prominentesten der rund 40 Bohrungen, in denen die Gas- und Ölindustrie ihre giftigen Abwässer verklappt. Der letzte gravierende »Zwischenfall« an dieser Bohrung Ende Mai des Jahres hat die Öffentlichkeit erneut aufgeschreckt…

Rotenburger Kreiszeitung, 28.09.13
Einstimmiges Votum des Stadtrats / Bargfrede glaubt nicht an Tonabdichtung
Forderung: Verpressung von Lagerstättenwasser stoppen

Visselhövede · Der Rat der Stadt Visselhövede fordert den sofortigen Stopp der Verpressung von Lagerstättenwasser in Grapenmühlen und in der Gilkenheide. Diesem Antrag des CDU-Ratsherrn Willi Bargfrede folgte das Gremium am Donnerstag einstimmig.

vierlaender.de – Freitag, 20. Dezember 2013
Oben pfui, unten pfui: Sondermüll in alte Bohrlöcher verklappen
Endlich kommt die unterirdische Sondermüllverklappung der Öl- und Gasbohrindustrie auf den Tisch! Der Arbeitskreis des Landkreises Rotenburg/Wümme hat am 11.12.2013 zum zweiten Mal getagt und laut einem Bericht in der Rotenburger Rundschau am nächsten Tag kam Ungeheuerliches ans Licht:
»Aus unserer Sicht ist die aktuelle Variante sicher und wäre nach wie vor die beste Lösung, weil man nicht so tief bohren muss und keine weiten Anfahrtswege hat.«, habe Dr. Nicolai Delling von RWE Dea in der Sitzung gesagt…

Electrical, instrumentation & control works at the drill place Wittorf Z1
Since September [2014], the branch North executes electrical, instrumentation & control works at the drill place of RWE Dea in the context of the connection of the oscillating gas pipeline at the site Wittorf Z1.

Schadstoffe im Grundwasser?
K.-M. Wollin, K. Nohr, R. Huppmann, J. Laß, M. Jabs, F. Stümpel
Untersuchung von Hausbrunnen in der Nachbarschaft von Erdgasförderaktivitäten

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