Feld Oldendorf: Tiefes Misstrauen gegenüber Bergbehörden

Ölpumpe
Ölpumpe (Symbolbild)
Die jüngsten Entwicklungen im fossilen Bergbau in Norddeutschland beunruhigen die Bewohner der betroffenen Gebiete. Insbesondere das intransparente Verwaltungshandeln der Bergbehörden gibt Anlass zu Kritik. So ist in Schleswig-Holstein unlängst ein Betriebsplan unter Ausschluss der Öffentlichkeit zugelassen worden, obwohl Transparenz für alle Schritte zugesagt worden war. Im Landkreis Harburg, Nord-Niedersachsen, hat es kürzlich unverständliche Veränderungen im Erlaubnisfeld Oldendorf gegeben. Dessen Inhaberin, die Kimmeridge GmbH, Lingen, hat dort ausgesprochene Ambitionen, die »verfrüht aufgegebenen Ölfelder im Jura und das Muttergestein Posidonienschiefer zu untersuchen«. Dort aufgefundenes Öl und Gas wären bekanntlich nur mit der Fracking-Methode gewinnbar. Die örtliche Bürgerinitiative ist auf Zinne.

Dr. Ingo Engelmann, Sprecher der Bürgerinitiative »Kein Fracking in der Heide«, lädt daher zu einem Informationsabend über die Ölförderpläne in Meckelfeld und Stelle ein.
Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 20. April 2016 um 19:30 Uhr im Fleester Hoff (Dorfgemeinschaftshaus), Winsener Landstraße 52, 21217 Seevetal-Fleestedt, statt.

Engelmann führt aus:

Die Ölfirma Kimmeridge hat ihr Aufsuchungsgebiet um Flächen in Meckelfeld und Stelle erweitert . Behörden wie das Landesbergamt (LBEG) lullen uns Bürger immer wieder mit der Versicherung ein: Bisher seien ja „nur“ eine Aufsuchungserlaubnis erteilt worden. Alles Weitere bedürfe eines gesonderten Betriebsplanes, und der müsse durch das Landesbergamt genehmigt werden. Dafür gebe es ein vorgeschriebenes und transparentes Verfahren. Dann könne man ja dann noch einmal über alles nachdenken usw. usw.
Wie das dann tatsächlich aussieht, wird uns gerade in Schleswig-Holstein vom dort ebenfalls zuständigen LBEG demonstriert. In Angeln gibt es das Aufsuchungsfeld Sterup. Eine Bürgerinitiative begleitet die Öl-Such-Aktivitäten der Firma Central Anglia dort mit größter Skepsis. Aber es gab die Zusage der Landesregierung, das weitere Vorgehen bezüglich der Betriebsplangenehmigung werde unter Beteiligung der zuständigen Gebietskörperschaften durchgeführt. Das war eine Irreführung: Die Genehmigung des Betriebsplanes durch das LBEG wurde klammheimlich ausgesprochen, ohne dass Gemeinden oder Landkreise gehört worden wären. Das Umweltministerium vertuscht oder ignoriert, und die Bevölkerung ist gelackmeiert. Die Zusagen aus Behörden und Politik sind nichts wert, und nur eine wache Bevölkerung kann dem etwas entgegen setzen.
Daher ruft die BI „Kein Fracking in der Heide“ insbesondere die Menschen in den Gebieten Meckelfeld-Ost, Maschen, Fünfhausen Over und Stelle-Nord auf, sich gemeinsam mit der BI für ihre Interessen und ihre Landschaft einzusetzen. Unser Veranstaltungsort liegt genau zwischen dem neuen Aufsuchungsgebiet und der bestehenden Ölförderung im Raum Beckedorf, wo GdF Suez gerade vor wenigen Wochen wieder mal einen Lagerstättenwasserunfall zu verzeichnen hatte.
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