
Unsere Regierung: Was sie nicht weiß, macht sie nicht heiß
Die Bundesregierung fühlt sich nicht veranlasst, ihren Fracking-Gesetzgebungsplan zu überdenken, nur weil im Gasfeld Niedersachsen plötzlich auffällig viele Krebsneuerkrankungen zu verzeichnen sind. Hubertus Zdebel und Herbert Behrens, die die Regierung danach gefragt hatten, finden das unverantwortlich.
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„Ablehnen kann man Fracking dann immer noch.“
Antwort auf den Kommentar von Stefan Sauer „Fracking: Fracking ist nicht gleich Fracking“, Frankfurter Rundschau, 27.09.2014
Fracking in näherer Zukunft für eine Option zu halten, ist ein Irrweg[/caption]Lieber Kollege Sauer,
mit großem Interesse habe ich Ihre formallogisch stringenten Überlegungen zum „Fracking ist nicht gleich Fracking“ in der FR online vom letzten Sonnabend gelesen. Sie fordern darin, Nutzen und Risiko von Fracking zu prüfen und es ggf. erst dann abzulehnen. Keine Frage: Etwas Neues von vornherein zu verdammen und abzulehnen, ohne zu wissen, was dahintersteckt, ist irrational, unwissenschaftlich und zeugt möglicherweise von Angst oder anderen negativen Gefühlen, auf deren Grundlage keine vernünftige Debatte möglich ist.
Ihr Hinweis „Fracking ist nicht gleich Fracking“ ist goldrichtig und auch nötig, denn sowohl von Befürworter- als auch von Ablehnerseite wird der Begriff „Fracking“ nur allzuoft undifferenziert gebraucht. Fracking ist nicht gleich Fracking, weil die technische Weiterentwicklung, die die Methode des hydraulischen Aufreißens von Gesteinen seit ihrer Einführung im Jahr 1949 genommen hat, enorm ist. Mit der anfänglichen „Stimulation“ weniger Meter um ein vertikales Bohrloch herum hat das heute eingesetzte, hydraulische Frakturieren in Horizontalbohrungen nur noch das Prinzip der Risserzeugung gemein. Alle anderen Parameter sind mittlerweile um Potenzen extremer – der eingesetzte Druck (bis zu 1600 bar), der Wasserverbrauch (bis über 1000 Kubikmeter pro Frack), die Risslängen (bis zu mehreren Hundert Metern), das frakturierte Gebirgsvolumen (z. B. in Saal, Vorpommern (Bohrung Barth 11) rechnerisch rund 180 Tausend Kubikmeter bei 70 Metern Risshalblänge und 10 Fracks im Abstand von rund 100 Metern), die Mengen an mitgeförderter „Chemie aus der Erde“ (Lagerstättenwasser), die ausgestoßene Menge von Treibhausgasen wie CO2 und Methan etc.
Ihre Schlussfolgerung „Es bedarf einer gründlichen Prüfung, um Nutzen und Risiken abzuwägen.“ ist logisch konsequent und entspricht der erforderlichen, wissenschaftlich objektiven Herangehensweise an neue Fragestellungen.
Ihr Fazit „Ablehnen kann man Fracking dann immer noch.“ kann ich allerdings nicht unterschreiben. Einfach deshalb, weil eine gründliche Prüfung schon lange stattgefunden hat und eine Nutzen-Risiko/Schaden-Abwägung längst erfolgt ist.
In der Kritik steht aktuell die „moderne“ Form des Fracking, besser bekannt unter der Bezeichnung high volume hydraulic fracturing – Fracking mit großen Mengen an Wasser und Sand und mehr oder weniger großen Mengen an chemischen Zusätzen, durchgeführt zumeist in Horizontalbohrungen. Sie wird nicht nur in den USA und nicht nur in Schiefer angewandt, sondern, beginnend Mitte der 1990er-Jahre, auch in Deutschland, und zwar überwiegend in Sandstein, in sogenannten tight-Gaslagerstätten. Das Pilotprojekt in Deutschland dafür war ExxonMobils Bohrung „Söhlingen Z10“ im Jahr 1995. Mithin gibt es nicht nur aus Amerika, sondern auch schon aus dem eigenen Land ausreichend Erfahrungen für eine fundierte Analyse.
Die wirtschafts- und klimapolitische Prüfung hat ergeben, dass u. a. der immense Wasser- und Flächenverbrauch sowie der nicht unerhebliche Ausstoß von Klimagasen in keinem günstigen Verhältnis zum Nutzen des Fracking steht. Erdgas, das in Deutschland mit Fracking bisher gewonnen wurde und zukünftig theoretisch gewinnbar ist, kann nur einen winzigen Beitrag zum Primärenergiemix liefern, nämlich 2 bis 3 Prozent. Übertragen auf den Endverbrauch in Deutschland würde der Anteil von gefracktem Erdgas aus Deutschland sogar nur rund 0,6666 Prozent ausmachen. Neue Arbeitsplätze würden in Deutschland nur wenige geschaffen – es sei denn, Sie zählen die indirekten Arbeitsplätze dazu, beispielsweise in Hotels, Pensionen oder auch Prostituierte, oder jene Arbeitsplätze, die aufgrund von erwartbaren Langzeitfolgen entstehen müssten, vor allem im Gesundheitswesen .
Auch aus finanzwirtschaftlicher Sicht wäre die baldige Ausbeutung von Gas und Öl durch Fracking Unsinn. Diese Ressourcen liegen jetzt noch auf der Haben-Seite auf dem Konto Deutschlands und werden an Wert gewinnen, wenn sie da zunächst einmal liegen bleiben. Sie jetzt ohne Not zu fördern und zu verpulvern, würde bedeuten, Deutschland ärmer als nötig zu machen.
Die technische Prüfung hat ergeben, dass der Einsatz der Fracking-Methode jetzt schon bei Weitem nicht so folgenlos ist, wie behauptet. In Deutschland werde seit 1961 gefrackt und nie sei ein Umweltschaden zu beobachten gewesen, heißt es sowohl von Industrie- als auch von Behördenseite. Dabei ist klar: Wenn nicht beobachtet (monitoriert und dokumentiert) wird, dann sind eingetretene Schäden auch nicht zu verzeichnen. Wenn Sie einmal die Liste der Störfälle anschauen möchten, sehen Sie dort auch Schäden, die im Zusammenhang mit Fracking eingetreten sind. Erst seit Kurzem gibt es, auf Drängen besorgter Bürger, punktuell erste Untersuchungen möglicher Auswirkungen der Erdgasförderung auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit. Langsam erhärtet sich der Verdacht, dass in Deutschland genau wie in Nordamerika Umwelt und Gesundheit massiv beeinträchtigt werden. In Nordamerika gibt es mittlerweile unumstößliche, wissenschaftlich belegte negative Folgen für Wasser, Boden, Luft und Gesundheit; in Deutschland noch nicht, weil hier die Forschung eben erst anfängt.
Technische Weiterentwicklungen, die Umweltbelastungen begrenzen oder gar beseitigen könnten, sind bisher eher nicht bekannt. ExxonMobils jüngste Errungenschaft – ein Fluid zum Fracken von Schiefergaslagerstätten mit nur noch zwei, etwas weniger bedenklichen Chemikalien – erinnert an die Ringelnatz’schen Ameisen, die von Altona nach Australien auswandern wollten: Aber auf der Elbchaussee / taten ihnen die Füße weh. Ungiftige Frackfluide können die verbleibenden Probleme nicht lösen. Die unbeherrschbaren Probleme, die das massenhafte Herumstochern in der und hektoliterweise Injizieren von Flüssigkeiten in die und Aussaugen von Kohlenwasserstoffen aus der Erdkruste mit sich bringt, sind nicht einmal ansatzweise kontrollierbar.
Ich nehme an, wir sind uns einig, dass wir unter Fracking nicht nur den eigentlichen Frackvorgang verstehen, sondern die gesamte Prozesskette inklusive der notwendigen Infrastruktur für Fracking und seine kurz-, mittel- und langfristigen Folgen meinen. Der erhebliche Verbrauch von Wasser, das für die Trinkwasserversorgung und die Landwirtschaft gebraucht wird; die Verwüstung ganzer Landstriche durch neue Straßen, Betriebsplätze und Pipelines; der erhebliche Eintrag von Klimagasen in die ohnehin schon aufgeheizte Atmosphäre; der riesige Anfall von flüssigem Sondermüll, für den es bis heute keine andere Entsorgungspraxis als die unterirdische Verklappung mit all ihren Gefahren für das Grundwasser gibt; zunehmende Beeinträchtigung der Volksgesundheit mit den damit verbundenen Kosten (abgesehen von dem unermesslichen Leid, die Krankheiten und verfrühter Tod über die betroffenen Menschen bringen) – all dies sind Aspekte, die in die Abwägung mit einfließen müssen.
Der Nutzen von gefrackten Produkten für die Gemeinschaft – und damit meine ich nicht die Konzerne und ihre politischen Adlaten! – kann die Gefahren, Gefährdungen und Risiken von Fracking in seinem heutigen Entwicklungsstand nicht aufwiegen. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, braucht man nicht von Angst getrieben zu sein. Dazu reicht kühles Kalkulieren. Nichts anderes tun die Fachleute im Widerstand gegen Fracking, denen aus dem pro-Fracking-Lager von „namhaften“ Geologen „Urängste“ und Unwissenschaftlichkeit unterstellt werden und denen z. B. der Energieexperte Steffen Bukold „beeindruckenden Sachverstand“ bescheinigt.
Wenn sich irgendwann, in naher oder ferner Zukunft, tatsächlich eine Notwendigkeit zeigen sollte, dass die Menschheit auf dieses schwer erreichbare Gas oder Öl zurückgreifen muss, und wenn die technischen Möglichkeiten es dann erlauben, diese Bodenschätze ohne nennenswerte Gefährdung von Umwelt und Gesundheit zu heben, dann kann in der Tat neu über Fracking nachgedacht werden. Heute aber hat Fracking nach Öl oder Gas überhaupt keinen Sinn – jedenfalls nicht für die Gemeinschaft der Menschen, die hier leben – und ist daher nichts als grober Unfug.
Schöne Grüße
Carin Schomann, Freie Journalistin und aktiv im Widerstand gegen Fracking
Die Gasindustrie will was vom Fracking-Pferd erzählen
Dann und wann mal eine Doppelseite im Spiegel, mal eine WEG-Lobhudelbroschüre über „umweltschonende Erdgasförderung“, Landtagsabgeordneten ungebeten in die Postfächer gelegt, oder auch mal eine solitäre Plakataktion eines blau-gelben Tochterunternehmens der ex-IG Farben in Kassel: Die kleinen Versuche der Erdgasindustrie in den vergangenen eineinhalb Jahren, öffentliche Meinung und Politik für das Fracking zu gewinnen, sind allesamt kläglich fehlgeschlagen: Die öffentliche Ablehnung von Fracking als Extremisierung der Erdgasgewinnung ist weiter angewachsen, es gibt nur wenige Politiker, die offen für Fracking eintreten, und die Bundesregierung hat bislang davon abgesehen, Fracking-Gesetze zu bringen, die die Konzerne zufriedenstellen würden.
Dann werden also andere Saiten aufgezogen!
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Signifikant erhöhte Blutkrebsrate bei Männern in Bothel: Ist die Erdgasförderung schuld?

Epidemiologische Untersuchung der Samtgemeinde Bothel veröffentlicht:
Männer zweimal so häufig wie erwartet an Blutkrebs erkrankt
Gestern wurden in Rotenburg an der Wümme die Ergebnisse einer kleinen Krebsstudie vorgestellt. Auf Initiative von besorgten Bürgerinnen und Bürgern waren die Diagnosehäufigkeiten fast aller Krebsarten bei der Bevölkerung der Samtgemeinde Bothel, mitten im niedersächsischen Gasland, anhand des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen untersucht worden. Herausragendes Ergebnis ist eine statistisch signifikant erhöhte Erkrankungsrate an Blutkrebs bei Männern. Die zweite meistbetroffene Gruppe sind Kinder bis 14 Jahre, ebenfalls mit Blutkrebs. Signifikant erhöhte Blutkrebsrate bei Männern in Bothel: Ist die Erdgasförderung schuld? weiterlesen
Ölindustrie versenkt fast 1 Million Kubikmeter Giftmüll unter Hamburger Wohngebiet

Schon seit 1995 wird in dem beschaulichen Hamburger Vorort Sinstorf gesundheitsgefährlicher Flüssigmüll, nämlich Lagerstättenwasser aus der niedersächsischen Erdölproduktion verklappt. Bis Ende August 2014 wurden hier, in der ehemaligen Erdölförderbohrung Groß-Hamburg-2 (GH2), 951187 Kubikmeter des Problemstoffes im Untergrund endgelagert, so der Hamburger Senat in seiner Antwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage[PDF] des Grünen Bürgerschaftsabgeordneten Jens Kerstan. Diese Maßnahme sei erforderlich, »um den Lagerstättendruck aufrecht zu erhalten«, gibt der Senat die Auskunft der Technokraten in den Bergbehörden weiter. Damit wird eine technische Notwendigkeit in den Vordergrund gestellt, die über einen möglichen Umweltskandal hinwegtäuscht. Nicht unumstritten ist die wasserrechtliche Zulassungsfähigkeit derartiger Bohrungen. Kritische Experten bezeichnen solche Einpressbohrungen wie in Sinstorf aus geochemischer Sicht als »tickende Zeitbomben«.
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Schluss mit dem Weglächeln: Fracking verschmutzt Trinkwasserressourcen

Tatsachen jahrelang verschwiegen
Am 24. Dezember 2007 erhielt ein geschädigter Brunnenbesitzer in Venango County, Pennsylvania, USA, ein Schreiben von der Umweltbehörde: „The Department’s preliminary investigation has determined that Great Lakes Resources (a.k.a. Range Resouces-Appalachia) has affected your water supply during the drilling of their [Name geschwärzt] well.“[1]
Am 4. April 2008 schrieb dieselbe Behörde einem Beschwerdeführer aus Foster im Nordwesten des Landes: „After reviewing the results of your spring water analysis, the Department has concluded that recent oil and gas activity has caused your water supply to become contaminated.“[2]
Dies sind die ersten beiden dokumentierten Fälle, die die Umweltbehörde von Pennsylvania seit Jahren in der Schublade hatte und jetzt offenlegte. Endlich kommt ans Licht, was Industrie, Verwaltung, Wissenschaft und Politik stets in Abrede gestellt hatten: Zahlreiche Fälle von Hausbrunnen-Verschmutzungen, die eindeutig auf das Konto der Öl- und Gasförderung gehen. Erst auf monatelangen, massiven Druck von Bürgern und Journalisten hat die Umweltbehörde jetzt eine Liste offengelegt, die belegt, dass tatsächlich die Öl- und Gasförderung zahlreiche Brunnen verschmutzt und unbrauchbar gemacht hat. In dieser Liste führt die Behörde 206 Brunnen auf, für die es 243 Vorgänge gibt – sei es die Feststellung einer Verschmutzung, sei es eine nachfolgende, alternative Wasserversorgung für die betroffenen Brunnenbesitzer.
Bereits zu Jahresbeginn 2014 hatten Journalisten von Associated Press Ungeheuerliches entdeckt. Damals wurden in Pennsylvania mindestens 106 Kontaminationen von Hausbrunnen behördlicherseits bestätigt, die seit dem Beginn des Fracking-Booms im Jahr 2005 aufgetreten waren. In den US-Bundesstaaten Ohio, West Virginia und Texas lagen Tausende von Beschwerden über verschmutztes Brunnenwasser vor, wovon jedoch nur sechs in Ohio als durch Fracking verursacht anerkannt wurden. Später im Frühjahr konnten Wissenschaftler anhand der texanischen Behördendaten in mehreren Fällen Fracking als Verursacher der Kontamination nachweisen.
Trotzdem wird diese unumstößliche Tatsache, dass Fracking das Trinkwasser nicht nur bedroht, sondern auch tatsächlich beeinträchtigt, von einigen Ewiggestrigen bis heute negiert. Milde lächelnd werfen diese Fracking-Befürworter denen, die auf die Gefahr hinweisen, Panikmache vor. So zuletzt im panorama3-Beitrag des NDR, der bekannte Fakten schlicht ignorierte und unter anderem behauptete, dass es stets nur Sumpfgas sei, das für Methan im Grund- oder Trinkwasser verantwortlich sei.
Es bleibt zu hoffen, dass sich die verantwortlichen Entscheider, die zum Beispiel heute in Berlin über die geplanten Fracking-Gesetze beraten, nicht von solch plumper Bauernfängerei übertölpeln lassen.
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[1] Übersetzung: „Die vorläufigen Untersuchungen der Umweltbehörde haben ergeben, dass Great Lakes Energy (a.k.a. Range Resources-Appalachia) Ihre Wasserversorgung während des Bohrens und Frackens ihrer [Name geschwärzt]-Bohrung beschädigt hat.“
[2] Übersetzung: „Nach Überprüfung der Analyseergebnisse Ihres Brunnenwassers sind wir [die Umweltbehörde] zu dem Schluss gekommen, das eine kürzlich stattgefundene Maßnahme im Bereich der Öl-/Gasförderung eine Kontamination Ihrer Wasserversorgung verursacht hat.“
Bezkow, Brandenburg: Bayerngas plant Fracking nicht

Die Bohrung zwischen den idyllischen Hügeln der Gemarkung Krügersdorf bei Beeskow soll im Oktober 2014 fertiggestellt sein. Sie werde zunächst senkrecht in den Untergrund gebohrt, darüber hinaus habe Bayerngas die Option für eine horizontale Ablenkung zwecks Ermittlung geeigneter Förderraten; die Horizontalstrecke solle maximal 1000 Meter betragen, wie Schöttl weiter informierte. (Das vollständige Original-Interview mit Bayerngas findet man unter „Weiterlesen“ am Ende dieses Artikels.)
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Verwaltung muss sich fragen lassen: Ist diese Sondermüllverklappung auf Hamburger Stadtgebiet zulässig?

GH2 vom Nachbarn aus gesehen. Unter dem Edelstahlkasten verbirgt sich der Bohrlochskopf.
Das der GH2 nächstgelegene Haus steht in 35 Metern Entfernung, der erste von mehreren Dauerkleingärten gegenüber liegt etwa genauso dicht an der Bohrung. Erstaunt stellten die Aktivisten dann auch noch fest, das auf der gegenüberliegenden Straßenseite, in ca. 50 Metern Entfernung, just in diesem Moment der B-Plan für ein Neubaugebiet heranreift. Hier soll Lebensraum für Familien geschaffen werden, damit sie nicht ins Umland ziehen müssen. Verwaltung muss sich fragen lassen: Ist diese Sondermüllverklappung auf Hamburger Stadtgebiet zulässig? weiterlesen
Hamburg immer mehr von Fracking-Feldern umzingelt

Erlaubnisfelder zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen rund um Hamburg
(rot: Erlaubnisfelder; blau: Einzugsgebiete zur Trinkwassergewinnung)
Genauer Feldumriss Leezen ist noch nicht bekannt
Aufsuchungserlaubnis Leezen beantragt
Zunehmende Bedrohung der Trinkwasserressourcen
Im Nordosten von Hamburg ist ein weiteres Feld »zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen zu gewerblichen Zwecken« beantragt worden – das Feld Leezen. Dies berichteten die Lübecker Nachrichten am vergangenen Dienstag. Das norwegische Ein-Mann-Unternehmen Central Anglia SA möchte hier förderbares Erdöl bzw. Erdgas aufsuchen und natürlich auch gern finden. Das Erlaubnisfeld Leezen reicht laut der Zeitung von Malente und Plön im Norden bis nach Bad Oldesloe, Bargfeld-Stegen und Bargteheide in der südlichsten Ausdehnung, also bis an die nördliche Stadtgrenze von Hamburg heran.
Sollte die Erlaubnis Leezen erteilt werden, schließt sich der Kordon der Aufsuchungsgebiete um Hamburg weiter. Hamburg immer mehr von Fracking-Feldern umzingelt weiterlesen