Die „Transparenzinitiative“, die Umweltminister Habeck bei den Verfahren zum Bohrlochbergbau – der Aufsuchung und Gewinnung von Erdöl und Erdgas in Schleswig-Holstein ausgerufen hat, ist ein Lippenbekenntnis. Der Streit um die Geheimhaltung der Pläne von Erdöl- und Erdölkonzernen in Schleswig-Holstein durch Umweltministerium und Bergamt verschärfe sich, schreibt der Fraktionsführer der Piratenpartei im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Dr. Patrick Breyer.
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GdF Suez will Erdölproduktion in Hamburg verdoppeln
GdF Suez E&P Deutschland will den Erdgasspeicher Reitbrook kaufen

Wie der Ölkonzern Gas de France Suez gestern mitteilte, soll das Erdölfeld »Reitbrook Alt« wieder Erdöl fördern. Bisher betreibt dort die GdF Suez-Tochter storengy Deutschland GmbH den Erdgasspeicher Reitbrook. Die beiden Unternehmen haben am 31.10.2014 einen entsprechenden Kaufvertrag unterzeichnet. Die zuständige Bergbehörde muss dem Deal noch zustimmen, damit er zu Stande kommt.
GdF Suez ist bereits Eigentümer des benachbarten Erdöl-Gewinnungsfeldes »Reitbrook West«. Der Kauf von »Reitbrook Alt« solle der Wiederaufnahme der Förderung der in Reitbrook verbleibenden Ölreserven sein, teilte das Unternehmen mit. In Hamburgs Oberster Bergbehörde liegt noch kein Antrag auf Zustimmung zum geplanten Besitzerwechsel oder zur Wiederaufnahme der Erdölförderung in »Reitbrook Alt« vor, sagte deren Mitarbeiter Karim-Tarik Hammou auf Nachfrage.
Die GdF-Tochter storengy hatte den Gasspeicher erst vor knapp vier Jahren erworben. Jetzt soll er stillgelegt werden, wie energate berichtet. Der Erdgasspeicher Reitbrook hat ein Arbeitsvolumen von 350 Millionen Kubikmetern Erdgas. Seine Bedeutung für die Versorgungssicherheit mit Erdgas ist bislang nicht beziffert; einen Rechtsrahmen für Gasspeicher zu entwickeln, der deren strategische Bedeutung für die Versorgungssicherheit anerkennt, will die EU-Kommission in Kürze im Rahmen einer neuen »Prävention und Minderung der Risiken von Gasversorgungsstörungen« erst noch in Angriff nehmen.

Aus den damaligen Förderraten wird abgeleitet, dass sich rund 36 Millionen Tonnen Erdöl in dieser Lagerstätte befunden haben müssen. Bis die Förderraten Anfang 1973 soweit zurückgegangen waren, dass eine weitere Förderung unwirtschaftlich wurde, waren insgesamt 2,3 Millionen Tonnen Erdöl gefördert worden. Theoretisch liegen also noch weit über 30 Millionen Tonnen des Bodenschatzes in der Hamburger Elbmarsch. Wieviel davon gewinnbar sind, ist nicht klar, aber GdF Suez hofft, in seinem neuen Feld 20 Tausend Tonnen jährlich fördern zu können und damit die Hamburger Ölproduktion zu verdoppeln.
Dass dabei Techniken zum Einsatz kommen müssten, wie es sie vor 40 Jahren noch nicht gab, liegt nahe. Diese so genannten tertiären Techniken sind prinzipiell genauso (un)sicher wie Fracking. Auch bei tertiären Förderungmethoden kommt es immer wieder zu Umweltschäden, wie z. B. in Georgsdorf im Emsland.
Umweltschützer kritisieren zudem, dass eine forcierte Erdölförderung der beschlossenen Energiewende zuwiderläuft. Insbesondere vor der mittlerweile besorgniserregenden Klimaerwärmung ist eine Ausweitung der Gewinnung von Kohlenwasserstoffen (Erdöl/Erdgas) nicht mehr zu verantworten.
PEG gibt Fracking-„Konzessionen“ am Bodensee auf

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Die plumpen Methoden des „Öl-Reichspropagandaministers“
Die Auseinandersetzungen um Fracking betrachten sie als „endlosen Krieg“. Und weil Umweltschützer ihre Profite gefährden, sind ihnen persönliche Diffamierungen, offensive Übernahmeversuche der Deutungshoheit und Unwahrheiten gerade recht: „Lieber hässlich gewinnen als in Schönheit untergehen“ lautet das Motto von Berman & Company, einer Lobby-Agentur der Öl- und Gasindustrie. Das brachte jetzt ein heimlicher Mitschnitt ans Licht, der der New York Times zugespielt wurde.
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Erneut gefährliche Schadstoff-Konzentrationen in der Nähe von Öl- und Gasbohrungen nachgewiesen

Aufnahme: SHALETEST Environmental Testing, ThermaCAM® GasFindIRTM) HSX-Kamera
(Video anschauen)
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„Frackinggesetze“ sollen nun 2015 kommen, Öffnungsklausel für Erdöl
Die Bundesregierung geht davon aus, dass die angekündigten Regelungen zum Fracking noch in diesem Jahr vom Kabinett beschlossen und in der ersten Hälfte des nächsten Jahres vom Gesetz- bzw. Verordnungsgeber verabschiedet werden.
Das ist die Antwort auf die erste von insgesamt 31 Fragen zur geplanten Regulierung von Fracking, die die Grüne Bundestagsfraktion am 8. Oktober per Kleiner Anfrage gestellt hatten. Die Bundesregierung erwartet offenbar mit großem Optimismus, dass Bundestag und Bundesrat den von Wirtschaftsminister Gabriel vorangetriebenen Gesetzesänderungen zustimmen werden und damit über drei Jahren Hickhack ums Fracking ein Ende setzen.
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Realitätscheck: Gewinnbare Öl- und Gasreserven in den USA maßlos überschätzt
Das Post Carbon Institute hatte eine neue Analyse bei dem Geowissenschaftler J. David Hughes in Auftrag gegeben und diese jetzt veröffentlicht – „Drilling Deeper“. Seine Analyse stellt die Prognosen über gewinnbares unkonventionelles Erdöl und Erdgas in Frage, die von Fracking-Befürwortern als Wahrheit proklamiert werden. In dem mit 315 Seiten sehr umfangreichen Bericht stellt Hughes die Ergebnisse seiner detaillierten Berechnungen vor. Diese zeigen: Die bisherigen Prognosen der US-Energiebehörde sind, trotz der unlängst erfolgten, massiven Korrektur nach unten, immer noch viel zu optimistisch – sowohl, was die gewinnbaren Mengen an Öl und Gas angeht, als auch, was die Frage angeht, die lange diese Vorräte noch hinreichen. Das Post Carbon Institute schlussfolgert: Die Zukunft des Fracking ist nicht annähernd so strahlend, wie die Vortänzer aus der Industrie uns das glauben machen wollen.
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Fackeln im Gasland: The show must go on?

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Gesundheitsexperten informierten sich über Fracking

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Immer mehr Unterstützer für die Korbacher Resolution
Die Korbacher Resolution gegen Fracking erhält immer mehr Unterstützung. Damit wird die Politik in Bund, Ländern und Europa aufgefordert, sämtliche Formen von Fracking zur Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas und Erdöl zu bannen und sich mit voller Energie auf die Umsetzung der beschlossenen Energiewende zu konzentrieren. 138 Interessenverbände, Initiativee, Netzwerke und NGOs (Nichtregierungsorganisationen) verzeichnet die Unterstützerliste aktuell, 71 Parteien bzw. Politische Organisationen, 22 Unternehmen sowie 33 Kommunen bzw. Landkreise.
Jüngster Neuzugang ist der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern von Bündnis 90/Die Grünen, dessen Mitglieder am vergangenen Samstag (11. Oktober 2014) mit deutlicher Mehrheit beschlossen haben, die Korbacher Resolution zu unterstützen.
Am 25. September 2014 hat die Bezirksversammlung Bergedorf beschlossen, sich der „Korbacher Resolution“ gegen Fracking anzuschließen. An dem Antrag, der von der Grünen Fraktion eingebracht worden war, hatte sich die Fraktion der Linken bereits als Co-Antragssteller beteiligt, die CDU ihn in der Abstimmung unterstützt und die SPD sich enthalten.
Am 9. September 2014, stimmte die Fraktion „die Grünen/EFA“ im EU-Parlament für die Mitzeichnung der Korbacher Resolution als Unterstützer. Dieser erfreuliche Schritt sollte auch als Beispiel für den Bundesverband der Grünen in Deutschland dienen.
Vom 21. bis 23. November wird der Bundesparteitag von Bündnis 90/Die
Grünen in Hamburg tagen und, sofern die Delegierten dies wollen, einen Antrag zur generellen Ächtung von Fracking zur Aufsuchung und Gewinnung von Erdöl und Erdgas debattieren und beschließen. Wird der Antrag angenommen, dann:
- Lehnen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Aufsuchung und Förderung von Erdgasvorkommen in
nicht-konventionellen Lagerstätten strikt ab, da erhebliche Risiken für Mensch und Umwelt
bestehen. Das zusätzliche Erschließen weiterer fossiler Kohlenwasserstoffvorkommen würde den
weltweiten Klimawandel weiter verschärfen. Wir streben ein Verbot der Aufsuchung und
Gewinnung dieser Vorkommen an. - Unterstützen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Korbacher Resolution der Anti-Fracking-
Initiativen und treten für ihre Umsetzung und für die Schaffung der noch fehlenden
Voraussetzungen ein. Da ein Import- und Exportverbot nicht durchsetzbar ist, fordern wir eine
Gaskennzeichnung sowie die Einführung eines Herkunftsnachweissystems für Gas. - Werden BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auch auf der Ebene der Landespolitik Möglichkeiten
erarbeiten, um mit Hilfe der Raumordnung (z. B. Landesentwicklungspläne) Ausschlussgebiete für
Fracking zu vergrößern. - Machen sich BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Kampf gegen Fracking weiterhin stark gegen die
geplanten Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada. Diese dürfen mittels
Investorenschutzklauseln keine Hintertür für Konzerne bieten, um Frackingverbote zu umgehen.